Diabetes-Fuß besser mit Akupunktur

Die Inzidenz und Prävalenz von Diabetes mellitus und der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) nehmen weltweit zu. Beide Erkrankungen sind mit hohen Morbiditäts- und Komplikationsraten verbunden, wie z. B. chronischen, nicht heilenden peripheren Geschwüren.

Eine beeinträchtigte Durchblutung größerer und kleinerer Gefäße (Makro- und Mikrozirkulation) sowie eine periphere Neuropathie führen bei diesen Patienten zu einem erhöhten Risiko für Fußgeschwüre und Infektionen.

Diese Komplikationen sind schwer zu behandeln, bergen ein hohes Risiko, chronisch zu werden und können eine Amputation zur Folge habe.

Eine Pilotstudie aus Deutschland hat nun untersucht, ob eine Akupunkturbehandlung bei Patienten mit diabetischem Fußsyndrom oder pAVK die Durchblutung an den Wundrändern verbessern kann.

Kann Akupunktur die Durchblutung bei Fußgeschwüren verbessern?

Die Wissenschaftler erhoben bei Patienten mit chronischen, nicht heilenden peripheren Geschwüren und diagnostiziertem Diabetes mellitus oder pAVK 8 Mikrozirkulationsparameter auf intakter Haut nahe dem Wundrand. Die Mikrozirkulation wurde mittels Gewebephotospektrometrie und Laserdopplerflußmessung (O2C-Messung) untersucht. Die Akupunkturbehandlung erfolgte unilateral sowie bilateral auf der Verbindungslinie zwischen den Akupunkturpunkten Magen 14 und Magen 15.

Akupunktur und Mikrozirkulationsmessung bei 18 Patienten

Insgesamt wurden 18 Patienten behandelt und die Mikrozirkulation nahe am Wundrand untersucht. Nach einseitiger Akupunktur (ipsilateral zur Wundseite) konnte im Vergleich zu den Ausgangsmessungen vor der Akupunktur eine statistisch signifikante Verbesserung in 7 von 8 Mikrozirkulationsparametern nachgewiesen werden. Nach bilateraler Akupunktur kam es sowohl bei Diabetes- als auch bei pAVK-Patienten zu einer zusätzlichen Verbesserung aller Parameter.

Akupunktur verbessert Mikrozirkulationsparameter

Diese Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der Mikrozirkulation und des peripheren Blutflusses an den Wundrändern der Fußulcera bei Diabetes- und pAVK-Patienten. Da eine gestörte Mikro- und Makrozirkulation als entscheidender Prognosefaktor für die Heilung einer peripheren Läsion gelten, könnte sich die Akupunkturbehandlung positiv auf die Heilung chronischer, peripherer Wunden auswirken, so die Hoffnung der Autoren der Pilotstudie.

Quelle: DeutschesGesundheitsPortal


 

Auf dem Vormarsch

Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen

Übergewicht und Adipositas nehmen auch bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland weiter zu. Nach den Daten des Robert Koch-Instituts haben 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren Übergewicht, davon etwa 6 Prozent Adipositas. Damit steigt auch das Risiko für Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes, von dem 2022 etwa 1.000 Jugendliche im Alter von 11 bis 17 Jahren betroffen waren. Die jüngste Zulassung des GLP-1-Rezeptoragonisten Liraglutid für junge Patientinnen und Patienten ab 10 Jahren zeigt, wie ernst die Lage ist. Umso dringlicher fordert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) verbindliche, früh ansetzende Maßnahmen der Verhältnisprävention: von wirksamen Werbeschranken für ungesunde Lebensmittel bis hin zu verbindlichen Standards für gesunde Schulverpflegung und Schulsport. Das Thema steht im Mittelpunkt der Vorab-Pressekonferenz anlässlich der Diabetes Herbsttagung 2025.

„Die Prävalenz von Typ-2-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen steigt – auch in Deutschland. Ein früher Beginn bedeutet eine längere Krankheitsdauer, mehr Belastung und ein höheres Risiko für Komplikationen bereits im jungen Erwachsenenalter“, sagt Professor Dr. med. Karsten Müssig, Tagungspräsident der Diabetes Herbsttagung 2025 und Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Gastroenterologie und Diabetologie am Franziskus-Hospital Harderberg der Niels-Stensen-Kliniken. „Nur mit verbindlichen, früh ansetzenden Präventionsmaßnahmen können wir diesen besorgniserregenden Trend wirksam aufhalten.“

Früherkennung erleichtert gezielte Prävention

Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis: Sie verhindert Übergewicht, stabilisiert den Blutzucker, verbessert die Insulinwirkung und senkt den Medikamentenbedarf. „Kurz gesagt: weniger Zucker und Fast Food, mehr Gemüse, Vollkorn und gesunde Fette – am besten mit Familienunterstützung“, so Müssig.

Doch auch Medikamente spielen bei Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes eine Rolle. „Eine Herausforderung sind die begrenzten Therapiemöglichkeiten – nur wenige Wirkstoffe wie Metformin oder Liraglutid sind derzeit für Kinder zugelassen“, erklärt der Tagungspräsident. Liraglutid, ein sogenannter GLP-1-Rezeptoragonist, darf in Deutschland inzwischen auch bei Kindern ab 10 Jahren eingesetzt werden – ein Hinweis darauf, wie dringlich das Thema Typ-2-Diabetes bei jungen Menschen inzwischen geworden ist. „Liraglutid, das ist für viele gleichbedeutend mit der bekannten Abnehmspritze. Dabei handelt es sich jedoch in erster Linie um ein Medikament zur Behandlung einer chronischen Stoffwechselerkrankung – und nicht um ein Mittel zur Gewichtsreduktion, womöglich aus kosmetischen Gründen“, betont Müssig.

Für andere Medikamente fehlen bislang Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit im Kindesalter. „Wir müssen herausfinden, welche Therapien für Jugendliche langfristig sicher und wirksam sind. Solange dies nicht geklärt ist, bleibt die wichtigste Maßnahme: Prävention und Aufklärung, um die Krankheit gar nicht erst entstehen zu lassen“, so Müssig.

Verhältnisprävention wirkt – und findet breite Unterstützung

„Es wird derzeit viel und gern über Prävention gesprochen, aber die Politik zieht noch immer die falschen Schlüsse: Es reicht nicht aus, an die Eigenverantwortung zu appellieren und auf Aufklärung oder Bildungsangebote zu setzen. Wir brauchen verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen, die die gesunde Wahl für Bürgerinnen und Bürger zur einfachen Wahl machen – unabhängig von Herkunft, Bildungsgrad oder Geldbeutel“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz für Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) und Geschäftsführerin der DDG, Berlin.

Die DDG und das Wissenschaftsbündnis DANK fordern daher umfassende Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen: Einschränkung von Werbung für ungesunde Lebensmittel, wenn diese sich an Kinder richtet, eine Herstellerabgabe auf stark zuckergesüßte Getränke und eine Mehrwertsteuerentlastung gesunder Lebensmittel, verbindliche Standards für die Schulverpflegung und mehr Bewegung in Schule und Alltag.

„Ein solches Maßnahmenpaket würde es allen Menschen in Deutschland erleichtern, sich gesund zu ernähren und mehr zu bewegen und könnte mehr Lebensjahre mit guter Lebensqualität garantieren – und Maßnahmen für eine gesündere Ernährung werden von der Bevölkerung klar unterstützt“, so Bitzer. Laut einer Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) befürworten über 9 von 10 Menschen die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf gesunde Lebensmittel, fast 9 von 10 sprechen sich für strengere Werbeschranken zum Schutz von Kindern aus, 79 Prozent unterstützen eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke.

Quelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG)


 

Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

nun gehört das dritte Quartal 2025 der Vergangenheit an und wir mussten uns durch die politische Lage in der medizinischen Versorgung, dem ständig steigenden Fachärztemangel und auch der deutlichen Veralterung der Selbsthilfegruppen weiteren neuen großen Herausforderungen stellen.

Ich möchte mich auf diesem Weg herzlich bei den Mitgliedern des Vorstandes, insbesondere Frau Kirchhof und Frau Winter sowie den Selbsthilfegruppenleitern für ihr Engagement trotz der widrigen Umstände, welche unser Land beherrschen, ganz herzlich bedanken.

In Deutschland gibt es aktuell rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes, darunter mindestens 9,1 Millionen mit einem diagnostizierten Typ-2-Diabetes und 340.000 Erwachsene sowie 37.000 Kinder und Jugendliche (bis zum Alter von 20 Jahren) mit Typ-1-Diabetes. Dunkelziffer: Zusätzlich wissen mindestens weitere 2 Millionen noch nichts von ihrer Erkrankung.

Pro Jahr treten 450.000 Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes auf. Bei gleichbleibender Entwicklung wird damit gerechnet, dass hierzulande bis zum Jahr 2040 etwa 12,3 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, sein werden. Bei 95 Prozent der Betroffenen liegt ein Typ-2-Diabetes vor. Bis zur ersten Diagnose leben Betroffene etwa 8 Jahre lang mit einem unentdeckten Diabetes. Jährlich erkranken rund 4.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre neu an Typ-1-Diabetes. Die Rate der Typ-1-Diabetes-Neuerkrankungen steigt derzeit jährlich um 3 bis 5 Prozent an.
Aktuell sind rund 7000 Diabetologen in Deutschland in verschiedenen ambulanten und stationären Einrichtungen tätig. Angesichts der geringen Anzahl an Fachärzten/-innen im Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie ist es nicht verwunderlich, dass die Wartezeit für einen ambulanten Sprechstundentermin oft mehrere Monate beträgt. In sehr vielen Kliniken ist das Spezialgebiet „Endokrinologie und Diabetologie“ überhaupt nicht vertreten. Hier wird dringender Nachholbedarf gefordert. Gefordert wird – wie schon seit Jahrzehnten – eine Neuordnung der Rollenverteilung zwischen ambulantem und stationärem Sektor.

Durch die Umsetzung des im Januar 2025 in Kraft getretenen Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) soll sich die Qualität der Patientenversorgung verbessern. Wie diese Wahlversprechen aber realistisch umgesetzt werden können, angesichts der für den Schwerpunkt Endokrinologie/Diabetologie fehlenden Ärzte/Ärztinnen, ist in keinem Wahlprogramm konkretisiert. Nach wie vor wird die Umsetzung dieser Wahlversprechen im Interesse der Diabetespatienten gefordert.
Wir als Diabetikerbund Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. klären bei verschiedenen Veranstaltungen, wie z. B. bei der Selbsthilfegruppenleiterschulung und bei unserem traditionellen Diabetikertag 2025 am 11. Oktober 2025 im Seminarhotel K 6 in Halberstadt, unter dem Motto „Was wir noch über Diabetes wissen sollten“ , über die Diabeteserkrankung und Möglichkeiten des Umgangs mit dieser Erkrankung auf. So auch das Diabeteszentrum Bad Lauterberg, das am 12.Juli.2025 zum Patiententag einlud.

Einen herzlichen Dank möchte ich in diesem Zusammenhang an die Referenten unseres Diabetestages, an dem weit über 400 Betroffene und Interessierte teilnahmen, aussprechen. Berichte zu den Veranstaltungen finden Sie im Innenteil unseres Mitteilungsblattes. Nur gemeinsam sind wir stark! Packen wir es an! Ich wünsche Ihnen alles Gute, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie vor allem gesund!

Herzliche Grüße
Ihr Frank-Burkhard Biester
Landesvorsitzender


 

Eagle eye

Heute: Sorgen mit dem Nachwuchs

Kinder wie die Zeit vergeht – da ist doch das Jahr fast schon wieder vorbei. Dabei warte ich eigentlich noch immer darauf, dass es Sommer wird. Kommt es Ihnen auch so vor, als wenn wir in 2025 gar keinen Sommer hatten? Gefühlt ging es vom Frühling direkt zum Herbst. Wobei wir eigentlich gut zu tun hatten, Gelder aufzutreiben und die geplanten Projekte voranzubringen. Vielleicht ist mir darum nicht viel vom Sommer in Erinnerung geblieben.

Unsere Finanzen sind zum Jahresende wie immer recht angespannt. Die Förderungen der Kassen, der öffentlichen Hand und der Industrie werden geringer. Es wird zunehmend schwieriger, unsere Projekte umzusetzen und neue Projekte zum Laufen zu bringen. Dazu kommen die sinkenden Mitgliederzahlen.

Leider fehlt jungen Menschen oft das Verständnis für die Notwendigkeit, sich zu organisieren um, wie in unserem Fall, eine chronische Erkrankung mit der Kraft und Unterstützung von Mitbetroffenen zu bewältigen. Wie häufig höre ich in Gesprächen, dass Informationen oder sogar konkreter Rat aus dem Internet geholt werden. Ich will gegen die vielen Möglichkeiten von Social Media gar nichts sagen, aber es steht eben auch viel Falsches im Netz. Und natürlich wird der Computer auch nicht helfen können, wenn mal ein Engpass auftaucht. Mal eben Insulin, Teststreifen, Sensoren oder die berühmte Tasse Mehl borgen – geht halt nur im echten Leben, mit echten Kontakten.

Letzten Endes ist es wichtig, als Gruppe von Gleichgesinnten oder Gleichbetroffenen zusammen zu stehen, um die eigenen Interessen vertreten zu können. Das empfiehlt sich auch eher analog als digital, denn im Netz ist viel falscher Glanz und Schein unterwegs.

Zumindest was die Vertretung unserer Interessen als von Diabetes betroffener Menschen anbelangt wird es weitergehen. Wir haben uns zum Ländertreffen erstmalig verständigt, wie die anderen Landesverbände langfristig planen und ob ein Zusammenschluss von einzelnen Landesverbänden denkbar ist.

Um weiterhin sinnvoll zu arbeiten, müssen wir in den einzelnen Ländern das Gespräch mit den Mitgliedern suchen, ob wir bei zu geringer Mitgliederzahl die Vereinigung mit einem anderen Landesverband in Angriff nehmen sollen. Das ist eine Möglichkeit, weiterhin mit Schlagkraft die Interessenvertretung fortzuführen. Ich werde dieses Thema zur Mitgliederversammlung anstoßen und auch weiterhin ein (Adler-)Auge darauf haben.

Für den Moment wünsche ich Ihnen alles Gute und kommen Sie gut, trotz der süßen Weihnachtsverlockungen, über die Feiertage,

Ihr Matthias Böhmer


 

Typ 1 Diabetes bei Kindern

Mit dem Ende der Sommerferien beginnt für viele Kinder wieder der Alltag in Kita, Schule und Sportverein. Kinder mit Typ-1-Diabetes können dabei genauso mitmachen wie andere Kinder. Wichtig ist, dass Betreuungspersonen informiert sind und eng mit den Eltern und Kindern zusammenarbeiten. Moderne Technik wie Systeme zur automatisierten Insulinabgabe (AID) kann den Alltag von Kindern mit Diabetes zusätzlich erleichtern. Doch sie werden noch nicht von allen betroffenen Kindern genutzt.

In Deutschland leben mehr als 37.000 Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Die Erkrankung bedeutet einen erheblichen Einschnitt in ihr Leben. Umso wichtiger ist es, dass sie weiterhin an allen Lebensbereichen teilhaben können.

Mit der richtigen Therapie sind Kinder mit Diabetes genauso belastbar und leistungsfähig wie andere, stoffwechselgesunde Kinder. Sie können in Kita und Schule auch an Aktivitäten wie Sportunterricht und Ausflügen teilnehmen. Entscheidend ist, dass Betreuungspersonen über die Erkrankung und Therapie informiert sind und die nötige Unterstützung bieten können. Kleinkinder sind dabei vollständig auf Erwachsene angewiesen, Grundschulkinder benötigen oft noch Anleitung. Nach Ende der Grundschulzeit können viele Kinder ihre Therapie zunehmend selbstständig übernehmen.

Damit der Alltag in Kita und Schule gelingt, braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehr- und Erziehungskräften. Sie sollten wissen, wie im Notfall zu handeln ist. Wichtig ist auch, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes jederzeit essen und trinken, den Blutzucker messen und sich Insulin verabreichen dürfen. Das gilt auch beim Sport oder im Unterricht. Die Mitschülerinnen und Mitschüler sollten ebenfalls darüber informiert sein. So bleibt ein normales Mitmachen möglich. Betreuungspersonen sollten Warnmeldungen des Sensors erkennen, schnellwirksame Kohlenhydrate wie Traubenzucker oder Saft für den Notfall bereithalten und jederzeit die Eltern erreichen können.

Mit guter Vorbereitung und klaren Absprachen lassen sich auch Ausflüge oder Klassenfahrten sicher gestalten. AID-Systeme (engl.: Automated Insulin Delivery) bestehen aus einer Insulinpumpe, einem Sensor zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) und einer Software, die die Insulinzufuhr automatisch anpasst. Sie helfen dabei, sehr hohe oder niedrige Blutzuckerwerte zu vermeiden. Studien zeigen, dass AID-Systeme den Blutzuckerwert von Kindern über einen längeren Zeitraum im Zielbereich halten und Familien entlasten können.

Dennoch nutzen bislang nur etwa die Hälfte der Vorschulkinder und rund ein Drittel der Schulkinder mit Typ-1-Diabetes ein AID-System. Gründe für die Zurückhaltung könnten die begrenzte Verfügbarkeit, organisatorische Hürden oder Unsicherheiten im Umgang sein. Fachleute betonen jedoch, dass vor allem Vorschulkinder von der Verwendung profitieren können.

Frank-Burkhard Biester


 

Sachsen-Anhalt ist Osteoporose-Land

5,8 Prozent der Bevölkerung ab 35 betroffen, der höchste Anteil im Bundesgebiet

In Sachsen-Anhalt litten 2023 über 87.000 Menschen ab 35 Jahren an Osteoporose, umgangssprachlich auch Knochenschwund genannt. Das zeigt der aktuelle Gesundheitsatlas Deutschland, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) im Vorfeld des Welt-Osteoporose-Tages am 20. Oktober veröffentlicht hat. Mit einem Anteil von 5,8 Prozent der Bevölkerung ab 35 Jahren liegt Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich an der Spitze.

Osteoporose zählt zu den häufigsten Muskel-Skelett-Erkrankungen, deutschlandweit litten 2023 über zwei Millionen Bürgerinnen und Bürger ab dem 35. Lebensjahr daran. Dabei verlieren die Knochen an Dichte und Stabilität, was das Risiko für Knochenbrüche erhöht.

„Aus Angst vor Stürzen schränkt Osteoporose das Leben vieler Betroffener deutlich ein. Um kein Risiko einzugehen, fahren sie ihre Alltagsaktivitäten oft herunter“, sagt Corinna Beutel, Leiterin des Geschäftsbereiches Gesundheitsversorgung und Pflege bei der AOK Sachsen-Anhalt. „Das Paradoxe: Weniger Bewegung kann dazu führen, dass die Erkrankung weiter voranschreitet.“

Frauen deutlich häufiger betroffen

Unter jüngeren Menschen kommt Osteoporose sehr selten vor. In Sachsen-Anhalt sind bei den 35- bis 49-Jährigen nicht einmal ein Prozent betroffen. Erst mit steigendem Alter nimmt auch die Osteoporose-Häufigkeit zu, wobei Frauen deutlich häufiger betroffen sind. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das: Im Alter von 60 bis 64 leiden 5,3 Prozent der Frauen an Osteoporose, von 75 bis 79 sind es bereits 18 Prozent. Ab 90 liegt der Anteil bei 34,9 Prozent – dreimal häufiger als bei Männern ab 90 (10,6 Prozent). Beutel: „Das lässt sich vor allem mit den hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren begründen. Der niedrige Östrogenspiegel führt dazu, dass vermehrt Knochensubstanz abgebaut wird.“

Landkreis Wittenberg mit höchstem Anteil an Osteoporose-Erkrankten

Innerhalb von Sachsen-Anhalt variiert der Anteil von Osteoporose-Erkrankten zwischen 4,9 und 6,9 Prozent (Tabelle). Vor allem die Landkreise Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld, Dessau-Roßlau, Burgenlandkreis und Halle (Saale) sind betroffen.
Hier liegt der Anteil jeweils über 6 Prozent und somit über dem Landesdurchschnitt. Wittenberg, Anhalt-Bitterfeld und Dessau-Roßlau finden sich zudem unter den TOP 10 der bundesweit 400 Kreise mit den höchsten Anteilen. Der Landkreis mit dem geringsten Anteil ist Börde mit 4,9 Prozent. Betrachtet man bundesweit nur die kreisfreien Städte unter 500.000 Einwohnern, finden sich zudem Halle (Saale) mit 6,1 Prozent und Magdeburg mit 5,7 Prozent sogar auf Platz eins und zwei.

Mehr Risikofaktoren als nur das Alter

„Es ist deutlich, dass Sachsen-Anhalt ein Osteoporose-Problem hat“, sagt Beutel. Ein Teil kann laut Gesundheitsatlas durch die Bevölkerungsstruktur erklärt werden. „Es ist nun mal so, dass Sachsen-Anhalt die älteste Bevölkerung hat und damit auch von Osteoporose stärker betroffen ist“, so Beutel.

Die Daten deuten aber auch darauf hin, dass Faktoren wie der Lebensstil und die Lebensumstände eine Rolle spielen. Der Gesundheitsatlas analysiert z.B. auch den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Osteoporose und dem Rauchverhalten. Die Analyse zeigt, dass Osteoporose in Regionen mit einem hohen Raucheranteil häufiger vorkommt (4,6 Prozent) als in Regionen, in denen weniger Raucherinnen und Raucher leben (3,6 Prozent). „Und nahezu alle Landkreise in Sachsen-Anhalt haben im bundesweiten Vergleich mit die höchsten Raucheranteile“, so Beutel.

Der Gesundheitsatlas zeigt ähnliche Zusammenhänge auch mit Faktoren wie Siedlungsstruktur, Bluthochdruck und Deprivation, also einem niedrigen sozioökonomischen Status. In Regionen mit hoher Deprivation, also beispielsweise mit niedrigerem Einkommen, geringerer Bildung oder weniger Beschäftigung, ist auch der Osteoporose-Anteil höher. Ebenso ist in ländlich dünn besiedelten Regionen der Anteil an Osteoporose-Erkrankten deutlich größer als beispielsweise in Metropolen.

Ausreichend Bewegung und Rauchverzicht schützen vor Osteoporose

Doch was tun gegen Osteoporose? Beutel: „Die beiden größten Risikofaktoren sind Rauchen und mangelnde Bewegung. Rauchen wirkt sich auf den Knochenstoffwechsel aus. Und die Knochendichte wird maßgeblich durch körperliche Aktivität bestimmt. Daher spielen Nichtrauchen und Bewegung eine wichtige Rolle zur Prävention von Osteoporose.“

Ausreichend Bewegung sei deshalb schon in jungen Jahren wichtig, um zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr eine möglichst hohe maximale Knochendichte zu erreichen. Aber auch für Betroffene und im höheren Alter ist Bewegung relevant, denn neben der Knochendichte werden auch Beweglichkeit und die Muskelmasse positiv beeinflusst. Das wiederum kann einen großen Effekt auf das Sturzrisiko und damit das Risiko für Knochenbrüche haben.

Vernetzte Versorgungsprogramme für chronisch Kranke stärker nutzen

Ein weiterer Baustein ist laut AOK Sachsen-Anhalt, dass existierende Versorgungsprogramme weiter vorangetrieben und stärker genutzt werden. „2024 haben wir gemeinsam mit der IKK gesund plus und der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt das DMP (Disease-Management-Programm) Osteoporose eingeführt. Sachsen-Anhalt war damit eines der ersten Bundesländer.“

DMPs sind vernetzte Versorgungsprogramme, um chronische Erkrankungen besser zu betreuen, die Krankheitsfolgen hinauszuzögern und die Lebensqualität zu verbessern. Im Zentrum steht der Hausarzt, der anhand von Leitlinien und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen den Krankheitsverlauf im Auge behält und so Begleiterkrankungen und Verschlechterungen frühzeitig behandeln oder an Experten überweisen kann. „Bis heute nehmen über 400 Hausärzte an dem DMP teil, rund 1.000 Versicherte sind eingeschrieben. Wir können nur allen Osteoporose-Betroffenen empfehlen, am DMP teilzunehmen. Bei Fragen ist der behandelnde Arzt der erste Ansprechpartner“, so Beutel.

Osteoporose: Was ist das?

Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Knochenerkrankung, die durch eine verringerte Knochenmasse und strukturelle Veränderungen des Knochengewebes gekennzeichnet ist, sodass die Knochen ihre Stabilität verlieren. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche. In der Regel treten diese Veränderungen generalisiert – also im ganzen Körper – auf, jedoch kann es in seltenen Fällen auch zu ausschließlich lokalisierten Veränderungen der Knochen kommen. Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung und betrifft ganz überwiegend Frauen.

Weitere Informationen zu Osteoporose und dem DMP gibt es unter:

www.deine-gesundheitswelt.de/osteoporose

Die Daten des Gesundheitsatlas gibt es hier:

https://www.gesundheitsatlas-deutschland.de/erkrankung/osteoporose

Quelle: AOK Sachsen Anhalt


 

Ost-Ländertreffen 2025

Inzwischen ist es schon zur Tradition geworden, dass wir uns einmal im Jahr zum Austausch mit den Ost-Landesverbänden treffen. In diesem Jahr wurde der Erfahrungsaustausch vom Landesverband Sachsen-Anhalt organisiert.

Wir haben uns vom 17. bis 18. Oktober in Nebra getroffen und uns von der Himmelsscheibe inspirieren lassen, die Arbeit in den Landesverbänden weiterzuführen und auch langfristig zusammen zu arbeiten.
Die einzelnen Landesverbände haben in den jeweiligen Bundesländern mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. Uns allen macht die Fortführung der Arbeit Sorgen, da die finanzielle Unterstützung zunehmend geringer wird.

Sowohl die Kommunen als auch die Krankenkassen fahren ihre Unterstützung zurück, da sie ja selbst starken Belastungen ausgesetzt sind.

Auch das Problem der Altersstruktur und den Mangel an Nachwuchs beklagen alle Landesverbände.

Dennoch ist es wichtig, im Gespräch zu bleiben und neue Wege zu gehen, so dass wir uns darauf verständigen konnten, auch im kommenden Jahr ein Treffen der Ost-Verbände auf die Agenda zu setzen und die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit fortzuführen.

Matthias Böhmer


 

Tag der offenen Tür in der Geschäftsstelle in Merseburg

Am 18.Juni 2025 fand zum ersten Mal ein Tag der offenen Tür in unserer Geschäftsstelle in Merseburg, Joachim-Quantz-Str. 17, statt. Die Mitteldeutsche Zeitung unterstützte uns und brachte im Vorfeld obenstehenden Artikel zum bevorstehenden Tag der offenen Tür heraus.

Als Partner für die elektronische Fußmessung und zur Beantwortung von Fragen rund um die Fußgesundheit gerade für Diabetiker, stand Herr Krobitzsch von der Orthopädie-Schuhtechnik Krobitzsch in Bad Dürrenberg, zur Verfügung. Für die Blutzuckermessung konnten wir Schwester Beate vom Carl-von-Basedow-Klinikum Merseburg gewinnen. Die Blutdruck- und Blutfettwertmessung übernahm Frau Jungmann – Mitglied des Vorstandes. Frau Christa Kirchhof, Herr Frank-Burkhard Biester, Frau Christine Melcher und Frau Annerose Winter standen für Fragen, Tipps und Hinweise rund um die Diabeteserkrankung zur Verfügung.

Durch die Verteilung in der nahen Umgebung unserer Geschäftsstelle und Auslage unserer Flyer bei Ärzten und Apothekern zum Tag der offenen Tür, war die Geschäftsstelle gut besucht. Auch wenn wir uns noch mehr Interessierte gewünscht hätten, gab es kaum Leerlauf an den Arbeitstischen. Der Besuch von Frau Walther und Frau Bonk (zwei Selbsthilfegruppenleiterinnen) mit Frau Fleischmann, hat uns sehr gefreut. Neben der Versorgung mit Getränken und Häppchen, gab es interessante Gespräche und Erfahrungsaustausche.

Allen Akteuren nochmal ein herzliches Dankeschön und vielleicht eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Annerose Winter


 

Selbsthilfegruppenleiterschulung in Halberstadt

Am 10. Oktober 2025 begrüßte der 1. Landesvorsitzende Herr Biester die Selbsthilfegruppenleiter und deren Stellvertreter im K 6 Seminarhotel in Halberstadt zur diesjährigen Selbsthilfegruppenleiterschulung. Die Weiterbildung zum Thema elektronische Patientenakte -ePA- Stand der Umsetzung, Hürden und Nutzung wurde online von der Stiftung unabhängiger Patientenberatung Deutschland, Herrn Hübner, mit anschließender Fragerunde durchgeführt.
Herr Hübner begrüßte alle Anwesenden und stellte sich kurz vor und erklärte, um was es geht.
Seit dem 01. Oktober 2025 müssen medizinische Einrichtungen die ePA im Alltag integrieren. Sie ist der erste Schritt in eine zeitgemäße Gesundheitsversorgung. Medizinische Daten von Patienten werden dort zentral gespeichert, um behandelnden Personen digital zur Verfügung zu stehen – vertraulich und nach höchsten Sicherheitsstandards geschützt werden.

Er beantwortete folgende Fragen:

Was ist die ePA?

Die ePA ist ein patientengeführter und freiwilliger Gesundheitsordner. Jede gesetzlich krankenversicherte Person erhält sie automatisch von der Krankenkasse. Die Daten werden auf einem gesicherten und geschützten Server in Deutschland gespeichert. Die Organisation liegt bei der Gematik.
Wie kann ich die ePA verwenden?
Mit einer kostenlosen App am mobilen Endgerät, mit einem Kartenlesegerät an einem Rechner, vor Ort bei der Krankenkasse, mit Unterstützung durch behandelnde Personen, durch Personen, die ich als Vertreter bevollmächtige.

Welchen Inhalt hat die ePA?

Für die weitere Behandlung relevante Daten, zum Beispiel Arztbrief, Befundberichte aus der bildgebenden Diagnostik. Laborberichte. Abrechnungsdaten der Krankenkasse – auch aus der Vergangenheit, Medikationsliste mit Angabe zur Verordnung und zur tatsächlichen Abholung von Medikamenten. Zukünftig: Medikationsplan, Daten zu Erklärungen der Organ- und Gewebespende und Daten zu Hinweisen und zum Aufbewahrungsort von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Wer kann die Inhalte sehen und wie lange bearbeiten?

Patientinnen und Patienten können alle einzelnen Dokumente hochladen und verbergen bzw. löschen. Der Medikamentenplan kann nur in seiner Gesamtheit verborgen werden, nicht die einzelnen Medikamente. Behandelnde Personen oder Einrichtungen können Dokumente erst nach Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte sehen. Dauer: in der Regel haben Behandelnde Zugriff für 90 Tage, Apotheken für 3 Tage.

Was sind die Vorteile für Patienten?

Bereits vorhandene Dokumente sind gesammelt an einem Ort verfügbar. Die ePA erlaubt einen schnelleren Zugriff zu Details in Notsituationen. Die eigentliche Behandlung kann direkter beginnen. Fehler in der Behandlung und Doppeluntersuchungen werden vermieden, keine Lücken in der Medikationsliste und erhöhte Medikamentensicherheit. Künftig: Zum Beispiel erweiterte Volltextsuche und Prüfung von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten.

Worüber kann ich genau bestimmen?

Welche Daten in der ePA liegen (bleiben), welche Einrichtung zugreifen kann (bereits vor Erstkontakt möglich, App/Ombudsstelle), Verbergen des Medikationsplanes ganz oder gar nicht (App/Ombudsstelle), der gesamten ePA widersprechen (bei Krankenkasse Ombudsstelle), dem Einstellen von Abrechnungsdaten widersprechen (App, Krankenkasse), dem Hochladen einzelner Daten bei der Einrichtung widersprechen (auch mündlich), der Sekundärnutzung als Forschungsdaten widersprechen (App/Ombudsstelle).

Wer hilft bei Fragen weiter?

Auf folgenden Internetseiten erhalten Sie weitere Informationen:
Die Patientenberatung hilft unter der Rufnummer 0800 011 77 22 zu folgenden Öffnungszeiten:
Montag
09:00Uhr – 12:00 Uhr
14:30 Uhr – 17:00 Uhr
14:30 Uhr – 17:00 Uhr
Mittwoch
09:00 Uhr – 12:00 Uhr
Donnerstag
09:00 Uhr – 12:00 Uhr
14:00 Uhr – 18:00 Uhr
Freitag
09:30 Uhr – 14:00 Uhr
Auf die Fragen, die zu den einzelnen Punkten gestellt wurden, gab Herr Hübner ausführliche Antworten.
Nach einer kurzen Kaffeepause begeisterte der Diplomsportlehrer und Geschäftsführer der Praxis für Sportphysiotherapie und Manuelle Therapie PRAEVENTI aus Halberstadt alle Selbsthilfegruppenleiter mit einer kleinen Sporteinheit im Sitzen.
Christine Melcher

Öffentlichkeitsarbeit


Diabetikertag 2025 des Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.

Am 11. Oktober 2025 fand unser Diabetikertag unter dem Motto „Was wir noch über Diabetes wissen sollten“ im Seminarhotel K 6 in Halberstadt statt.
Die Schirmherrschaft für diesen Tag übernahm die Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Frau Petra Grimm-Benne und der Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt, Herr Daniel Szarata. Leider konnte die Ministerin nicht persönlich teilnehmen und übersandte eine Videobotschaft. Sie richtete ihre Worte an alle Teilnehmer und das es eine große Ehre für sie sei die Schirmherrschaft für den Diabetikertag 2025 zu übernehmen und möchte auf diesem Weg herzliche Grüße übermitteln, verbunden mit großem Respekt für das Engagement und die Expertise, da Diabetes viele Menschen in Sachsen-Anhalt, in Deutschland und weltweit betreffen. Der Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die das Leben verändert aber nicht bestimmen muss. Das der Diabetestag ganz im Zeichen des Austausches, der Aufklärung und der gegenseitigen Unterstützung steht. Das Motto des Diabetikertages zeigt, wie wichtig es ist nie stehen zu bleiben, weder in der Forschung noch in der Versorgung noch im gesellschaftlichen Bewusstsein. Außerdem brauchen wir eine Gesundheitsversorgung, die nicht nur reagiert, sondern vorausschauend handelt, Prävention, Früherkennung und wohnortnahe Versorgung sind zentrale Bausteine, die wir als Land aktiv fördern und wir brauchen starke Partner, wie den Deutschen Diabetiker Bund Sachsen-Anhalt e. V., der mit Veranstaltungen, wie dieser einen unverzichtbaren Beitrag leistet. Sie dankte allen, die diesen Tag möglich gemacht haben, den Organisatoren, den Referenten, den Helfern und vor allem den Teilnehmern, die mit ihrem Präsens zeigen Diabetes ist kein Tabu, sondern eine Herausforderung, die wir gemeinsam begegnen. Frau Grimm-Benne wünscht allen einen erlebnisreichen Tag, inspirierende Gespräche und neue Impulse für die Arbeit, Gesundheit und Gemeinschaft.
Als Gäste konnten wir Herrn Sven Wagner, Teamkoordinator für Selbsthilfe bei der AOK Sachsen-Anhalt, Frau Inge Kulla, Sozialverband Deutschland e. V. Landesverband Mitteldeutschland Kreisverband Salzwedel begrüßen.
Um 09.00 Uhr wurde eine kleine Industrieausstellung eröffnet. Aussteller waren die Firmen Abbott Diabetes Care, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Dexcom Deutschland, Beurer GmbH, Ypsomed AG, Sanitätshaus Klinz Bernburg.
Der 1. Vorsitzende des DDB Landesverband Sachsen-Anhalt e. V., Herr Frank-Burkhard Biester, eröffnete die Veranstaltung um 09.30 Uhr. Er begrüßte alle Mitglieder und Gäste. In einer kurzen Ansprache informierte er über die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen, da die Zahl der Diabetiker stetig steigt. Im Jahr 2023 waren es 8,1 Millionen Betroffene und 2025 sind es schon 9,1 Millionen.
Der Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt, Herr Daniel Szarata begrüßte ebenfalls alle Anwesenden und wünschte ihnen einen informativen Tag.
Frau Dr. med. Susanne Vollmann, Fachärztin für Augenheilkunde aus Halberstadt hielt einen Vortrag zum Thema Diabetes und Auge, was Diabetes am Auge anrichtet und was man dagegen tun kann
In ihrem Vortag ging es um die Erkrankungen
  • Grauer Star/Cataract
  • Diabetische Veränderung der Stelle des schärfsten Sehens/Diabetische Makulopathie
  • Diabetische Veränderungen der Netzhautgefäße/Diabetische Retinopathie
  • Grüner Star/Glaukom
und was man dagegen tun kann, medikamentös oder operativ. Wichtig sind auch eine gute Blutzuckereinstellung und die Kontrollen beim Augenarzt. Dieser Vortrag war sehr informativ und es wurden auch viele Fragen dazu gestellt, die Frau Dr. Vollmann gleich beantwortete.
Zum Thema Diabetes und Nieren sprach Herr Dr. med. Frank Aedtner, Facharzt für Innere Medizin und Nephrologie aus dem AEMOS Klinikum Halberstadt über Wettlauf mit der Zeit – Diabetische Nephropathie. Hier ging es um Diagnostik, Untersuchungen, Ernährung, Medikament, Risikofaktoren, Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Bluthochdruck, Wichtig ist die Überwachung des Blutzuckerspiegels und der Zielwerte, weiterhin die Herangehensweise und Ziele der Behandlung und das man ein selbstbestimmter Patient wird. Zu diesem interessanten Vortrag wurden viele Fragen gestellt, die von Herrn Dr. Aedtner beantwortet wurden.
Nach einer kleinen Pause, die zu einem Besuch der Industrieausstellung genutzt werden konnte, begrüßten wir die Ernährungswissenschaftlerin Frau Raphaela Meißner aus der MEDIAN Klinik Elbe-Saale aus Barby, die über diabetesgerechte Ernährung einen informativen Vortrag hielt. Für Menschen mit Typ 1 und Typ 2 Diabetes gelten dieselben Ernährungsempfehlungen. Die diabetesgerechte Ernährung ist eine notwendige Säule in der effektiven Diabetesbehandlung. Menschen mit Diabetes wird eine ausgewogene abwechslungsreiche Mischkost empfohlen. Sie ist keineswegs eintönig. Die bewusste und genussvolle Gestaltung der Ernährung ist dabei das A und O. Eine schrittweise Umstellung der Ernährungsgewohnheiten hilft langfristig zum Erfolg. Weiterhin ging es in dem Vortrag von Frau Meißner um die optimale Mahlzeitenzusammensetzung, den Mahlzeitenrhythmus, Ziele der diabetesgerechten Ernährung, Blutzuckerwirksame Lebensmittel, Lebensmittel ohne nennenswerte Blutzuckerwirkung. Auch hier wurden wieder viele gestellte Fragen durch die Ernährungswissenschaftlerin beantwortet. Das Interesse an diesem Vortrag war sehr groß.
Nach der Mittagspause ging es aus dem Themenbereich Diabetes und Zähne in dem Beitrag von Frau Tanja Gatz, Zahnärztin aus Sangerhausen um Diabetes und Mundgesundheit. Sie berichtete über die Diabetesbedeutung für Zahnarztpraxen, Wechselbeziehungen zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis, was man unter Parodontitis versteht, Warnsignale, Risikofaktoren, Vorsorge und was man dagegen tun kann.
Zum Abschluss verabschiedete Herr Biester alle Mitglieder, Interessierte Gäste und bedankte sich für das große Interesse an diesem Diabetikertag. Er wünschte allen eine gute Heimreise.
Der Vorstand des DDB Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. bedankt sich bei der Schirmherrin und Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in Sachsen-Anhalt, Frau Grimm-Benne, dem Schirmherrn und Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt Herrn Daniel Szarata, Frau Dr. med. Susanne Vollmann Augenarztpraxis Halberstadt, Herrn Dr. med. Frank Aedtner AMEOS Klinikum Halberstadt, Frau Raphaela Meißner Ernährungswissenschaftlerin MEDIAN Klinik Elbe-Saale Barby und Frau Tanja Gatz Zahnärztin Sangerhausen.
Danken möchten wir den Ausstellern und Förderern des Diabetikertages: ABBOTT Diabetes Care, AMEOS Klinikum Halberstadt, AOK Sachsen-Anhalt, Beurer GmbH, MEDIAN Unternehmensgruppe B.V. & Co. KG, MTD GmbH Medical Technology and Devices, Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Sanitätshaus Klinz Bernburg, Ypsomed AG.
Weiterhin spreche ich unserer Schatzmeisterin Frau Christa Kirchhof, unserer Büroservicekraft Frau Annerose Winter für die Vorbereitung des Diabetikertages sowie unserem 2. Landesvorsitzenden Herrn Frank Schröder für die gute Betreuung der Technik aus.
Frau Silke Jungmann, die gute Seele des Infostandes des Landesverbandes, in diesem Jahr mit unserer Schatzmeisterin Frau Christa Kirchhof danke ich ebenfalls für die gute Betreuung.
Vielen Dank für die vielen positiven Feedbacks zu unserem Diabetikertag.
Christine Melcher

Öffentlichkeitsarbeit