Diabetische Neuropathie – Das müssen Sie wissen

Die diabetische Neuropathie ist eine häufige Folgeerkrankung bei Diabetes, an der etwa jeder dritte Diabetiker und jede dritte Diabetikerin leidet. Sie ist die Ursache dafür, dass bestimmte von Nerven gesteuerte Körperfunktionen nicht mehr funktionieren und die Betroffenen unter Schmerzen oder einer gestörten Reizempfindung leiden. Die AOK Sachsen-Anhalt erklärt, was sich dahinter verbirgt und was helfen kann.

Die häufigste Ursache für eine diabetische Neuropathie ist ein falsch eingestellter Blutzucker. Ist dieser dauerhaft zu hoch, schädigt er die Nerven, außerdem kann sich dadurch zu viel Vitamin B im Urin ablagern und wird ausgeschieden. Ein Mangel von Vitamin B kann wiederum die Entwicklung von Nervenschäden fördern und verschlimmern. Sind nicht nur einzelne, sondern viele Nerven geschädigt, spricht man von einer Polyneuropathie.

Was sind Symptome?

Je nachdem, wie stark die Nervenschäden sind, fallen die Symptome unterschiedlich aus. Das können Kribbeln und Taubheitsgefühl sein, brennende Schmerzen, ein verringertes Schmerz- und Temperaturempfinden, zunehmend trockene Haut oder auch das Restless-Legs-Syndrom sein. Häufig sind die Füße zuerst betroffen. Bei der sensomotorischen Neuropathie breiten sich die Symptome in der Regel von den Zehen, Füßen und Unterschenkeln nach oben aus.

Je früher, desto besser

Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, kann sich dies positiv auf den weiteren Verlauf auswirken. Diabetiker mit den genannten Symptomen oder den beschriebenen Veränderungen an den Füßen sollten daher einen Arzt aufsuchen und die Symptome abklären lassen. Mit speziellen Geräten können Vibrationen, Wärme- und Kälteempfinden überprüft werden oder das medizinische Fachpersonal fragt gezielt nach Symptomen wie Schwindel oder Magen-Darm-Beschwerden. So kann eine Erkrankung bereits im Anfangsstadium diagnostiziert und eine Behandlung eingeleitet werden. Darüber hinaus sollten Menschen mit Diabetes immer auf ihren Körper achten und regelmäßig ihren Arzt oder ihre Ärztin aufsuchen.

Was können die Folgen sein?

Eine der häufigsten Folgen einer diabetischen Neuropathie ist ein diabetischer Fuß. Durch die Nervenschäden wird der Fuß zunehmend unempfindlich, zum Beispiel für Druck oder Schmerzen. So kann es passieren, dass Verletzungen und Wunden häufig tage- oder sogar wochenlang nicht bemerkt werden. Eine offene Wunde erhöht das Risiko für Infektionen, die tief ins Gewebe vordringen. Oft besteht gleichzeitig bei Betroffenen eine Durchblutungsstörung, die die Wunden auch langsamer heilen lässt. Im schlimmsten Fall muss der Fuß amputiert werden.

Behandlung

Eine diabetische Neuropathie ist leider nicht heilbar. Es kommt deshalb darauf an, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Am wichtigsten ist eine konsequente Behandlung der Grunderkrankung, in diesem Fall der Diabetes. Ein langfristig gut eingestellter Blutzucker verhindert, dass die Nervenschäden sich überhaupt entwickeln beziehungsweise fortschreiten können. Gegen auftretende Schmerzen können in Rücksprache mit Arzt oder Ärztin Schmerzmittel verordnet werden. Bei Muskelschwäche, Bewegungsstörungen oder Lähmungen hilft regelmäßige Krankengymnastik oder Physiotherapie. Vor allem sollten Betroffene versuchen, weiterhin aktiv zu bleiben, damit Bewegungsabläufe nicht vom Körper verlernt und Muskeln erhalten bleiben.

Tipps zur Verbeugung

Die diabetische Neuropathie wird nach wissenschaftlichen Erkenntnissen durch mehrere Faktoren verursacht. Stoffwechselveränderungen oder Gefäßveränderungen spielen dabei die wichtigste Rolle. Sie kann jedoch durch eine kontinuierlich überwachte Einstellung des Blutzuckers deutlich verzögert oder sogar verhindert werden. Auch gut eingestellte Blutfett- und Blutdruckwerte können vor der Erkrankung schützen. Ausreichend Bewegung sowie der Verzicht auf Rauchen und Alkohol helfen ebenfalls.

Für Menschen mit Diabetes bietet die AOK Sachsen-Anhalt mit den Programmen DMP Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 strukturierte Behandlungsprogramme, die Menschen mit chronischen Erkrankungen helfen, ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen und die Lebensqualität verbessern. Ansprechpartner sind der Arzt bzw. die Ärztin.

Auch der AOK-Online-Coach-Diabetes hilft Diabetikern dabei, einen positiven Umgang mit der Erkrankung zu finden, die Krankheit besser zu verstehen und die notwendigen Umstellungen des Lebensstils einfacher anzugehen. Weitere Infos unter https://www.deine-gesundheitswelt.de/service/online-coach-diabetes


 

Diabetes-Mythen unter der Lupe
Mythos: Frauenherzen schlagen schneller als Männerherzen

Der Glaube, es gäbe bei der Anzahl der Herzschläge pro Minute Unterschiede zwischen den Geschlechtern, ist verbreitet.
Eine Studie aus den Vereinigten Staaten kam bei dieser Frage zu einem aufschlussreichen Ergebnis: Durchschnittlich schlägt das Herz in Ruhe 66 Mal pro Minute. Die Studie, an der 92.000 Menschen teilnahmen, zeigte aber, dass es einen kleinen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt: Während bei 95 Prozent der Männer zwischen 50 und 80 Schläge pro Minute gezählt wurden, waren es bei den Frauen zwischen 53 und 82 Schläge pro Minute. Insofern kann man sagen, dass dieser Mythos ein klein wenig Wahrheit birgt. Übrigens: Der Puls wird nicht vom Geschlecht bestimmt, sondern ist bei jedem Menschen individuell. Einfluss darauf, wie schnell das Herz schlägt, haben auch körperliche Belastungen oder die Tageszeit.

zusammengestellt von Christoph Meyer
Quelle: stiftung-gesundheitswissen.de


 

Eagle eye
Heute: „Berauschend“

Da ist doch fast schon wieder ein halbes Jahr herum, dabei haben wir das Jahr 2024 gerade erst begrüßt. Wobei, vielleicht ist es gut, dass es so rennt, damit wir die ganzen Katastrophen und die irrsinnigen Kriege in der Welt bald hinter uns lassen können. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Aber immerhin hat uns unser lieber Bundesgesundheitsminister ja eine Lösung angeboten. Das ist überhaupt DIE Lösung für den ganzen Wahnsinn, den die Politik verzapft. Wir kiffen uns ab sofort die Welt einfach schön. Sie waren hoffentlich schon im Baumarkt Ihres Vertrauens und haben sich Ihre drei Pflanzen geholt?

Wenn wir dann alle schön im Tran sind, wird das alles besser. Das Volk ist einfacher zu regieren, wenn es nicht andauend aufmuckt. Die Stimmung ist besser, wenn wir schön tiefenentspannt sind. Naja, vielleicht sinkt die Produktivität, wenn wir das mit der deutschen Gründlichkeit und Pünktlichkeit im Weed-Rauch nicht mehr so eng sehen, aber irgendwas ist ja immer.

Aber mal im Ernst, wirkt sich Cannabiskonsum eigentlich auf den Diabetes aus? Da sagen die einen so und die anderen dann das Gegenteil. Ich habe mich mal bei Google ein bisschen durchgeklickt.

In der Deutschen Apothekerzeitung, allerdings ein Artikel von 2018, heißt es, die Gefahr von Ketoazidosen steigt. Gleichzeitig räumt die Autorin ein, dass die Studie nur sehr wenig Teilnehmer hatte.

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-49-2018/cannabis-bringt-blutzucker-auf-abwege

Dafür heißt es in einem Artikel von 2020 bei Sensi Seeds, dass Cannabis dem Diabetes vorbeugen kann, die Insulinresistenz senkt, Fettleibigkeit verhindern sowie bei diabetesinduzierter Neuropathie und bei diabetischer Retinopathie helfen kann.

https://sensiseeds.com/de/blog/die-funf-grosten-vorteile-von-cannabis-bei-diabetes/

Dass bei Neuropathie und Retinopathie der Arzt u.U. in der Therapie auch zu Cannabisprodukten greift, ist bekannt. Bei der Fettleibigkeit bin ich mir nicht sicher, heißt es nicht immer, dass man nach dem Haschrauchen Fressattacken erleidet?!

So wie es aussieht, werden wir uns wohl opfern und eine breite (das ist absichtlich doppeldeutig) Studie initiieren müssen. Also auf in den Baumarkt und bleiben Sie schön entspannt.

Ich werde ein (Adler-)Auge darauf haben, falls ich es offenhalten kann.

Ihr Matthias Böhmer


 

Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

nun gehört das erste Quartal 2024 der Vergangenheit an und wir mussten uns vor allem durch die Verschärfung der durch den Krieg in der Ukraine bestehenden Folgen sowohl in der medizinischen Versorgung und dem ständig steigenden Fachärztemangel weiteren neuen großen Herausforderungen stellen.

Ich möchte mich auf diesem Weg herzlich bei den Mitgliedern des Vorstandes sowie den Selbsthilfegruppenleitern für ihr Engagement bedanken. Wir freuen uns, Frau Winter als neue engagierte und kompetente Mitarbeiterin für die Geschäftsstelle in Merseburg gefunden zu haben. Sie wurde in den Vorstand gewählt, nachdem Sie auch Mitglied des Diabetikerbundes Sachsen-Anhalt geworden ist.

Am 6. April 2024 fand unsere Delegiertenversammlung traditionell im Familienhaus in Magdeburg statt. In diesem Jahr auch mit der Neuwahl des Vorstandes. Als Vorsitzender wurde Frank-Burkhard Biester, Stellvertreter Frank Schröder, Schatzmeisterin Christa Kirchhof sowie Christine Melcher, Silke Jungmann und Annerose Winter als weitere Vorstandsmitglieder gewählt. Weitere Themen waren die Berichte zur Arbeit im Jahr 2023, der Haushalt 2024, sowie die Entlastung des alten Vorstandes.

Ich wünsche Ihnen alles Gute, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie vor allem gesund!

Herzliche Grüße
Ihr Frank-Burkhard Biester
Landesvorsitzender


 

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Das Mitteilungsblatt erscheint 2-mal im Jahr und wird gefördert durch die AOK Sachsen-Anhalt. Der Bezug ist für die Mitglieder des Vereins im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Vervielfältigung oder Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht in jedem Fall die Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keine Haftung. Die Redaktion behält sich bei der Veröffentlichung von Manuskripten, Briefen o. ä. das Recht sinnwahrender Kürzungen vor. Texte in Insertionen und Beilagen fallen nicht in die Verantwortung der Redaktion.


 

Barrierefrei – Mitteilungsblatt online lesen

Der Landesverband Sachsen-Anahlt e.V. ist bemüht, auch Nutzern mit eingeschränktem Sehvermögen einen barrierefreien Zugang zur Website sowie zum Mitteilungsblatt und den Newslettern des DiabetesNetzwerkes Sachsen zu ermöglichen. Deshalbt ist es jetzt möglich, dass sich blinde Menschen oder mit stark eingeschränkter Sehfähigkeit unsere Seite über ihre Programme komfortabel vorlesen lassen können.

Ist eine Nutzung der Vorleseprogramme noch nicht notwendig, reicht auch eine Vergrößerung der Buchstaben oder die Optimierung der Kontraste bzw. die Anzeige in Graustufen, dann können diese Menschen jetzt unsere Seite auch nutzen und Zugang zu den Informationen rund um Diabetes erhalten. Nähere Erläuterungen dazu gibt es hier:

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Seit 14. Mai 2023 haben wir einen Newsletter!

Unsere bereits mehrjährige Zusammenarbeit mit dem DiabetesNetzwerk Sachsen (DNS) unter Federführung des DDB Landesverbandes Sachsen ermöglicht es, die Informationslücken zwischen den Mitteilungsblättern im Frühjahr und Herbst zu schließen. Jeden 14. eines Monats wird künftig ein Newsletter an die Abonnenten versendet. Er umfasst zwei A4-Seiten und kann via der E-Mail, die Ihnen zugesendet wird, als pdf-Datei heruntergeladen werden. Der Downloadlink führt Sie auf die Website des DiabetesNetzwerkes Sachsen.

Hier können Sie sich Ihren Newsletter bestellen:

 

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Stellenanzeige

Wir suchen für unsere Landesgeschäftsstelle in Merseburg ab 1. Februar 2024 eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter auf geringfügiger Basis des gesetzlichen Mindestlohns von monatlich 520 Euro.

Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter sollte Erfahrungen im Büroalltag, mit gängigen Office-Programmen und wenn möglich mit dem Thema Diabetes haben. Bitte senden Sie Ihre schriftliche Bewerbungen an:

Landesgeschäftsstelle
Deutscher Diabetiker Bund
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Joachim-Quantz-Straße 17
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Die Kraft der Bitterstoffe in der Ernährung

Verdauungsfördernd, appetitregulierend, entzündungshemmend

Manche Menschen lieben sie, andere meiden sie und schütteln sich angewidert beim Verzehr: Gemüse, Obst sowie Kräuter und Gewürze mit Bitterstoffen spalten die Gemüter. Dabei können natürliche Pflanzenstoffe mit bitterem Geschmack für Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 vorteilhaft in der Ernährung sein. Unter anderem regen sie die Verdauung an, bremsen den Appetit und das Verlangen auf Süßes, unterstützen die Leberfunktion und hemmen Entzündungen.

Bitter = gesund?!

Viele Tiere meiden instinktiv bitter schmeckende Pflanzen und auch Menschen mögen sie zumindest im Kindesalter häufig noch gar nicht: Gerichte mit Gemüsesorten wie Spargel oder Rosenkohl sowie Salate mit Rucola, Radicchio oder Chicorèe können für schlechte Laune am Tisch sorgen. Die instinktive Abwehr ist ein Schutzmechanismus und liegt daran, dass „bitter“ zunächst als „giftig“ wahrgenommen wird: Mit ihren Bitterstoffen schützt sich die Pflanze vor Fressfeinden. Darüber hinaus haben Kinder einen deutlich höheren Geschmackssinn als Erwachsene: Im Kleinkindalter verfügen Menschen über etwa 10.000 Geschmacksknospen auf der Zunge. Im Laufe des Lebens reagieren diese unempfindlicher und ihre Anzahl sinkt.

Mut zum Bitterstoff – Gewöhnung macht den Geschmack attraktiver

Wer häufiger Nahrungsmittel mit Bitterstoffen verzehrt, gewöhnt sich an den herben Geschmack. Daher zählen unter anderem Kaffee und Bitterschokolade zu beliebten Genussmitteln. „Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 empfehlen wir eine pflanzenbasierte und insbesondere gemüsereiche Ernährung“, sagt Dr. Dipl. oec. troph. Astrid Tombek, Diabetesberaterin DDG. Sie leitet den Bereich Diabetes- und Ernährungsberatung am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim. Viele Gemüse-, Salat- und Kräutersorten liefern nicht nur wertvolle Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe, sondern auch vorteilhafte Bitterstoffe: „Sie fördern die Verdauung, verbessern die Produktion von Magensäure und Gallenflüssigkeit. Das erleichtert die Fettverdauung“, erklärt die Ökotrophologin. Gleichzeitig verringern sie das Hungergefühl beziehungsweise die Lust auf Süßes. „Das ist für Menschen mit Diabetes und Übergewicht vorteilhaft.“ Zudem hemmen sie Entzündungen und es gibt Hinweise darauf, dass Bitterstoffe möglicherweise auch auf den Blutzuckerspiegel wirken: Pflanzenstoffe aus der Bittergurke, einer in tropischen Ländern vorkommende Gemüsesorte, könnten möglicherweise bei Menschen mit Prädiabetes den Glukosespiegel senken, wie eine Studie ergab, an denen Ernährungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Gießen beteiligt waren.

Aus dem Kochtopf statt aus Kapseln

Die Extrakte einiger Pflanzen, die Bitterstoffe enthalten, sind auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Dazu zählen zum Beispiel Kapseln mit Artischocken-Extrakt. diabetesDE-Expertin Astrid Tombek betont: „Wir empfehlen, die Bitterstoffe direkt aus möglichst frisch zubereiteten Gemüsegerichten und Salaten anstatt aus Kapseln, Tabletten oder Tropfen aufzunehmen. Das ist preislich günstiger, schmackhafter und aufgrund der weiteren enthaltenen gesunden Bestandteile besser.“ Außerdem könne es bei Nahrungsergänzungsmitteln zu Überdosierungen kommen, was beim Essen allein schon geschmacklich ausgeschlossen sei.

Im Herbst haben viele bittere Pflanzensorten Saison

Dazu zählen Kohlsorten wie Brokkoli, Rosenkohl oder Wirsing; auch Artischocken und Auberginen sind derzeit frisch erhältlich. Das gilt ebenso für Salatsorten wie Chicorée, Radicchio und Rucola oder Zitrusfrüchte wie die Grapefruit. Letztere kann allerdings die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder umgekehrt sogar verstärken. „Wer zum Beispiel Cholesterinsenker oder Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen einnehmen muss, sollte mit seinem ärztlichen Behandlungsteam abklären, ob und welche Nahrungsmittel gegebenenfalls nicht auf dem Speiseplan stehen dürfen“, rät Astrid Tombek. Generelle Vorsicht für alle Menschen gilt vor bitter schmeckenden Zucchini, Gurken oder Kürbissen – hier sorgen unerwünschte giftige „Cucurbitacine“ genannte Pflanzenstoffe für den bitteren Geschmack.

Quelle. diabetesDE


 

Gesundheitsfolgen hochverarbeiteter Lebensmittel

Wenn der Fertigsnack den Stoffwechsel ruiniert

Wer sich mit dem Typ-2-Diabetes befasst, kommt am Thema Ernährung nicht vorbei – gilt doch eine zu reichhaltige und wenig ausgewogene Ernährung als einer der Hauptrisikofaktoren für die Entstehung der Stoffwechselkrankheit. Dabei sind besonders hochverarbeitete Lebensmittel problematisch: Sie enthalten oft zu viel Zucker, Fett und Salz und sollten deshalb nur sehr zurückhaltend konsumiert werden. Warum sie sich trotzdem großer Beliebtheit erfreuen, welche Gesundheitsfolgen das hat und was auch von politischer Seite dagegen getan werden müsste?

Pizzas, Tütensuppen, Knabberkram, Softdrinks oder Süßigkeiten – Supermärkte in westlichen Industrienationen sind angefüllt mit Fast Food und Convenience-Produkten. Sie sind lange haltbar, mit geringem Aufwand zubereitet oder sogar direkt aus der Packung zu genießen, schmecken gleichbleibend gut und werden zudem noch intensiv beworben. „Rund die Hälfte der Kalorien, die in Deutschland konsumiert werden, stammen mittlerweile aus hochverarbeiteten Lebensmitteln“, sagt Professor Dr. oec. troph. Dr. med. Anja Bosy-Westphal, Prodekanin an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Tagungspräsidentin der DGEM. Der weit verbreitete Verzehr dieser Produkte habe dazu beigetragen, traditionelle Ernährungsweisen und Mahlzeitenstrukturen aufzuheben, so werde heute oft sehr unregelmäßig und zum Teil bis in die späten Abendstunden hinein gegessen.

Doch nicht nur das Fehlen eines festen Tagesrhythmus kann für die Gesundheit zum Problem werden. Vor allem die Zusammensetzung der schnellen Speisen bereitet dem Körper Probleme. „Viele hochverarbeitete Produkte enthalten sehr viel Zucker, Fett und Salz oder schnell verfügbare Kohlenhydrate“, sagt Bosy-Westphal. Diese sprächen das Belohnungssystem im Gehirn an und sorgten dafür, dass sich die Präferenz für süße und zugleich fetthaltige Nahrung immer weiter verfestige.

Eine weitere ungünstige Eigenschaft der meisten hochverarbeiteten Nahrungsmittel ist deren hohe Energiedichte. Die entsprechenden Produkte stehen also nicht nur sehr rasch und ohne küchentechnischen Aufwand zur Verfügung – der Konsument hat darüber hinaus auch mit wenigen Bissen bereits sehr viele Kalorien zu sich genommen. „Zu allem Überfluss haben die Produkte häufig eine Konsistenz, die nicht zum Kauen anregt“, ergänzt Bosy-Westphal. Daher würden sie automatisch schneller verzehrt. Bis sich das Sättigungsgefühl einstellen könne, sei das Kalorienkonto bereits deutlich überzogen.

Die Folgen der permanenten Verlockung sind deutlich zu erkennen: Über 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben Übergewicht, jede/r fünfte hat sogar Adipositas. Auch bei Kindern und Jugendlichen sind die entsprechenden Werte mit rund zehn beziehungsweise sechs Prozent erschreckend hoch. Die biologischen Zusammenhänge, die der Verbindung zwischen dem Trend zum schnellen Snacken und dem Massenphänomen Übergewicht zugrunde liegen, werden dagegen erst langsam verstanden. „Der regelmäßige Verzehr hochverarbeiteter Nahrungsmittel führt mittelfristig zu Stoffwechselstörungen, etwa einer Unempfindlichkeit gegenüber den Hormonen Insulin und Leptin sowie zu chronischen Entzündungen“, fasst Ernährungsexpertin Bosy-Westphal den aktuellen Forschungsstand zusammen. Auch die biologische Kontrolle des Appetits werde beeinträchtigt. Mit diesen Veränderungen sei der Pfad in Richtung eines Typ-2-Diabetes bereits eingeschlagen, und es falle vielen Betroffenen schwer, ihn aus eigener Kraft wiederzu verlassen.

DDG und DGEM wünschen sich daher einen verstärkten gesellschaftlichen Diskurs zumThema Ernährung, mit dem Ziel einer noch breiteren Aufklärung. Weil das Wissen über eine gesunde Ernährung allein jedoch offensichtlich nicht ausreiche, müsse auch die Diskussion über eine verbesserte Verhältnisprävention neu geführt werden, so die Fachgesellschaften. Diese greift bei den Rahmenbedingungen an, die das Konsumentenverhalten beeinflussen – und wäre ein wichtiges Instrument, um etwa den Griff zu gesundem Essen zu erleichtern. „Die Politik hat hier mehrere Hebel zur Verfügung, die sie bislang nur unzureichend nutzt“, betont Bosy-Westphal. Diese reichten von einer verbraucherfreundlichen Lebensmittel-Kennzeichnung über Werbebeschränkungen für ungesunde Produkte, gerade im Hinblick auf vulnerable Zielgruppen, bis hin zu einer höheren Besteuerung zum Beispiel von zuckerhaltigen Softdrinks und einer steuerlichen Begünstigung von Obst und Gemüse.

Quelle: DDG


 

Empfehlung zur Impfung für Menschen mit Diabetes mellitus

Gegen Influenza-Viren wird idealerweise zu Herbstbeginn geimpft. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt Menschen mit Diabetes mellitus, sich jährlich gegen Grippe impfen zu lassen.

Sie haben wie alle Menschen mit einer chronischen Erkrankung ein erhöhtes Risiko für Influenzainfektionen. Außerdem kann bei ihnen eine Virusgrippe schwerer verlaufen. Das gilt auch für eine Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus. diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe rät Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, sich nach Rücksprache mit ihrem behandelnden diabetologischen Team oder der Hausarztpraxis möglichst bald gegen beides impfen zu lassen.

„Wer mit einer chronischen Grunderkrankung wie Diabetes mellitus lebt, hat bei einer Grippe- oder Coronainfektion ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf“, sagt Professor Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim.

Jährliche Impfung notwendig

Influenza-Viren unterliegen einem ständigen Wandel, da sie unaufhörlich neue Varianten entwickeln. Professor Haak erklärt: „Für Grippe und Corona gilt gleichermaßen: Leider ist man nach einer einmaligen Infektion nicht dagegen immun.“ Infolgedessen ist eine jährliche Impfung mit einem aktualisierten Impfstoff notwendig. Nach dem Impftermin dauert es etwa zwei bis drei Wochen, bis ein wirksamer Schutz aufgebaut ist. Bei Menschen, die mit Diabetes oder anderen chronischen Erkrankungen leben, werden die Kosten für die Grippeimpfung üblicherweise von der Krankenkasse übernommen.

Grippaler Infekt, Influenza oder Corona?

Ein gewöhnlicher grippaler Infekt beginnt oft mit Erkältungssymptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen, die sich über einige Tage steigern, um dann wieder abzuklingen. Eine Virusgrippe und die Erkrankung COVID-19, ausgelöst durch SARS-CoV-2, zeigen hingegen häufig deutlich stärkere Symptome: Plötzlich auftretendes hohes Fieber bis zu 40 Grad Celsius, ein trockener Reizhusten, heftige Kopf- und Gliederschmerzen und ein anhaltendes Erschöpfungsgefühl zählen dazu. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen können sowohl die Grippe als auch COVID-19 schwerer und länger verlaufen, da ihr Immunsystem schwächer als bei Stoffwechselgesunden ist. Ebenso kommen Rückfälle bei ihnen häufiger vor. Professor Haak betont: „Ältere Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 ab 60 Jahren haben außerdem ein erhöhtes Risiko, im Zuge einer Grippe oder COVID-19 eine Lungenentzündung zu entwickeln.“ Für diese vulnerable Gruppe sei die Vorbeugung gegen Ansteckungen besonders wichtig.

COVID-19 und Impfen – Antworten auf häufig gestellte Fragen: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html#:~:text=Die%20Grundimmunisierung%20besteht%20i.d.R.,%2D8%20Wochen%20(3%20Impfstoffdosen)

Quelle: diabetesDE