Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

nun gehört das dritte Quartal 2025 der Vergangenheit an und wir mussten uns durch die politische Lage in der medizinischen Versorgung, dem ständig steigenden Fachärztemangel und auch der deutlichen Veralterung der Selbsthilfegruppen weiteren neuen großen Herausforderungen stellen.

Ich möchte mich auf diesem Weg herzlich bei den Mitgliedern des Vorstandes, insbesondere Frau Kirchhof und Frau Winter sowie den Selbsthilfegruppenleitern für ihr Engagement trotz der widrigen Umstände, welche unser Land beherrschen, ganz herzlich bedanken.

In Deutschland gibt es aktuell rund 11 Millionen Menschen mit Diabetes, darunter mindestens 9,1 Millionen mit einem diagnostizierten Typ-2-Diabetes und 340.000 Erwachsene sowie 37.000 Kinder und Jugendliche (bis zum Alter von 20 Jahren) mit Typ-1-Diabetes. Dunkelziffer: Zusätzlich wissen mindestens weitere 2 Millionen noch nichts von ihrer Erkrankung.

Pro Jahr treten 450.000 Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes auf. Bei gleichbleibender Entwicklung wird damit gerechnet, dass hierzulande bis zum Jahr 2040 etwa 12,3 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, sein werden. Bei 95 Prozent der Betroffenen liegt ein Typ-2-Diabetes vor. Bis zur ersten Diagnose leben Betroffene etwa 8 Jahre lang mit einem unentdeckten Diabetes. Jährlich erkranken rund 4.000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre neu an Typ-1-Diabetes. Die Rate der Typ-1-Diabetes-Neuerkrankungen steigt derzeit jährlich um 3 bis 5 Prozent an.
Aktuell sind rund 7000 Diabetologen in Deutschland in verschiedenen ambulanten und stationären Einrichtungen tätig. Angesichts der geringen Anzahl an Fachärzten/-innen im Schwerpunkt Endokrinologie und Diabetologie ist es nicht verwunderlich, dass die Wartezeit für einen ambulanten Sprechstundentermin oft mehrere Monate beträgt. In sehr vielen Kliniken ist das Spezialgebiet „Endokrinologie und Diabetologie“ überhaupt nicht vertreten. Hier wird dringender Nachholbedarf gefordert. Gefordert wird – wie schon seit Jahrzehnten – eine Neuordnung der Rollenverteilung zwischen ambulantem und stationärem Sektor.

Durch die Umsetzung des im Januar 2025 in Kraft getretenen Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) soll sich die Qualität der Patientenversorgung verbessern. Wie diese Wahlversprechen aber realistisch umgesetzt werden können, angesichts der für den Schwerpunkt Endokrinologie/Diabetologie fehlenden Ärzte/Ärztinnen, ist in keinem Wahlprogramm konkretisiert. Nach wie vor wird die Umsetzung dieser Wahlversprechen im Interesse der Diabetespatienten gefordert.
Wir als Diabetikerbund Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. klären bei verschiedenen Veranstaltungen, wie z. B. bei der Selbsthilfegruppenleiterschulung und bei unserem traditionellen Diabetikertag 2025 am 11. Oktober 2025 im Seminarhotel K 6 in Halberstadt, unter dem Motto „Was wir noch über Diabetes wissen sollten“ , über die Diabeteserkrankung und Möglichkeiten des Umgangs mit dieser Erkrankung auf. So auch das Diabeteszentrum Bad Lauterberg, das am 12.Juli.2025 zum Patiententag einlud.

Einen herzlichen Dank möchte ich in diesem Zusammenhang an die Referenten unseres Diabetestages, an dem weit über 400 Betroffene und Interessierte teilnahmen, aussprechen. Berichte zu den Veranstaltungen finden Sie im Innenteil unseres Mitteilungsblattes. Nur gemeinsam sind wir stark! Packen wir es an! Ich wünsche Ihnen alles Gute, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie vor allem gesund!

Herzliche Grüße
Ihr Frank-Burkhard Biester
Landesvorsitzender